Die erste Woche geht zu Ende

Jetzt ist die erste Seminarwoche von unserer Seminarreihe schon vorbei!

Am Freitag haben wir noch ein wenig in die Zukunft geblickt: Wie wird das Grüne Band sich in der Region von der Ostsee zum Schaalsee weiterentwickeln? Wird sich die Natur wie bisher in großen Teilen weiterhin so entwickeln können wie sie möchte oder wird der Mensch doch durch landwirtschaftliche oder touristische Begehrlichkeiten eingreifen? Befürchtungen, dass die Ufer des Schaalsees und der anderen Seen im ehemaligen Grenzgebiet, die bisher noch sehr unberührt sind, ähnlich dem Ratzeburger See privatisiert und damit eventuell verbaut werden, sind durchaus vorhanden.

Das Seminar hat gezeigt, dass wir uns alle gemeinsam für den Erhalt der einzigartigen Schönheit des Grünen Bandes in der Region einsetzen müssen. Gleichzeitig hat uns das Seminar bestätigt, diese Seminarreihe zum Grünen Band anzubieten. Was wir hier rund um den Schaalsee gesehen und erlebt haben, hat unser Interesse geweckt, die nächsten Etappen auf dem Grünen Band Richtung Süden zu planen. Wir freuen uns schon sehr darauf, im nächsten Jahr das Grüne Band zwischen Elbe, Altmark und Wendland zu erkunden. Vorher aber kommen wir im April nochmal an den Schaalsee zurück, um anderen Interessierten BildungsurlaubteilnehmerInnen diese wunderschöne Gegend näher zu bringen.

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Die erste Woche geht zu Ende

Auf dem Amazonas des Nordens

Am Donnerstag waren wir auf dem Amazonas des Nordens – der Wakenitz – unterwegs. Von Lübeck aus paddelten wir in Kanus die Wakenitz aufwärts. Nachdem zunächst das Stadtbild Lübecks die Ufer beidseits des Flusses prägte, wurde es nach ein paar Kilometern deutlich wilder. Hier auf dem ehemaligen Grenzfluss konnte sich die Natur ungestört entwickeln. Über vier Jahrzehnte deutscher Teilung war das östliche Ufer praktisch unberührt. Die Sperranlagen samt Zaun und Todestreifen lagen ca. 100 Meter vom Ufer der Wakenitz entfernt, so dass sich hier eine einzigartige Wildnis entwickeln konnte.

Heute ist das Mecklenburgische Wakenitzufer Naturschutzgebiet und kann sich ohne menschlichen Eingriff entwickeln. Auf Schleswig-Holsteinischer Seite besteht seit 1999 ebenfalls ein Naturschutzgebiet. Dennoch reichen hier auch landwirtschaftlich genutzte Flächen bis an das Ufer heran – der Unterschied ist vom Kanu aus deutlich zu beobachten.

Kurz vor dem Ende der Tour finden wir Anzeichen von dem bedeutensten Bewohner des Flusses – eine Biberfamilie hat sich am Ufer niedergelassen. Nachdem abgenagte Bäume schon auf den Biber hinweisen, kamen wir schließlich an zwei Biberburgen vorbei – ein Highlight der Tour.

Nach 14,5 Kilometern kommen wir schließlich an den Ratzeburger See, dessen Entwässerung die Wakenitz bildet. Zurück geht es nach einer kurzen Kaffeepause mit dem Ausflugsschiff. Vom Sonnendeck des Schiffes erlebt man die Natur rund um die Wakenitz nochmals auf eine ganz andere Weise.

 

Auf dem Amazonas des Nordens

Am Anfang des Grünen Bandes: Ostsee und Pötenitzer Wiek

Was für ein Tag – so viele neue Eindrücke! Nach einer Exkursion am Pötenitzer Wiek und dem Dassower See haben wir uns den Beginn des Grünen Bandes an der Ostsee angeschaut – und dann auch noch Nandus in Mecklenburg?!

Doch eins nach dem anderen:

Am Morgen trafen wir uns mit Matthias Braun vom Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer e.V. Er führte uns auf dem ersten Abschnitt des ehemaligen Todesstreifens am Pötenitzer Wiek. Schon nach ein paar Metern die erste Überraschung – Mitten im Wald ein ehemaliger Kontrollturm der DDR-Sperranlagen. Zu DDR Zeiten war hier alles kahl und man konnte von der ca. 1 km entfernten Ostsee bis zum Dassower See im Süden alles überblicken. Heute steht hier ein dichter Wald – in 22 Jahren hat sich die Natur alles zurückerobert.

ehemaliger DDR-Kontrollturm am Pötenitzer Wiek
ehemaliger DDR-Kontrollturm am Pötenitzer Wiek

Keine zweihundert Meter weiter über den ehemaligen Kolonnenweg der nächste Hinweis auf deutsche Geschichte. Nach 1933 hatten die Nazis hier am Pötenitzer Wiek eine Heeresversuchsanlage installiert mit Flughafen, Eisenbahnanschluss und jeder Menge Bunkern. Die Anlage wurde nach dem 2. Weltkrieg von Briten und Russen gesprengt. Die Trümmer sind noch heute im Naturschutzgebiet zu finden.

ehemaliger Kolonnenweg
ehemaliger Kolonnenweg
Überreste aud der NS-Zeit
Überreste aud der NS-Zeit

Nach einer Tour entlang dem Pötenitzer Wiek und des Dassower See haben wir uns dann den Anfang des Grünen Bandes am Ostseestrand angeschaut. Hier wo bis 1989 der Sperrzaun bis auf den Strand und in die Ostsee hinein reichte, zeigt sich die Ostseeküste von zwei völlig unterschiedlichen Seiten. Im Westen Travemünde mit Fährhafen, Badewesen und Hochhaus – im Osten Natur pur Strand und Dünenlandschaft.

Der Anfang des Grünen Bandes an der Ostsee
Der Anfang des Grünen Bandes an der Ostsee

Auf der Rückfahrt zum Schaalsee dann eine weitere Überraschung – Nandus in Mecklenburg – die gehören doch eigentlich nach Südamerika. Wir hatten schon von ihnen gehört – ca. 200 sollen hier inzwischen frei leben, nachdem vor einigen Jahren ein paar aus einer Zucht entwischt sind – aber diese großen Vögel real direkt neben der Straße zu entdecken ist doch etwas Besonderes.

freilebende Nandus in Nachbarschaft eines einheimischen Kranichs
freilebende Nandus in Nachbarschaft eines einheimischen Kranichs
Am Anfang des Grünen Bandes: Ostsee und Pötenitzer Wiek

Großschutz-projekte am Schaalsee als Teil des Grünen Bandes

Am Dienstag Vormittag informierten wir uns über die Aufgaben, Ziele und Arbeit des Biosphärenreservats (BR) Schaalsee. Dazu haben wir nach einer kurzen Einführung das Informationszentrum Pahlhuus besichtigt. Im Anschluss daran konnten wir uns am Beispiel des Kalkflachmoores bei Zarrenthin ein Bild von der Arbeit des BR machen. Hier geht es vor allem darum, den Wasserspiegel konstant zu halten um das Moor am austrocknen zu hindern. Gleichzeitig sollen Besucher über einen Lehrpfad (Holzbohlenweg) über die Beschaffenheit und Besonderheiten des Kalkflachmoores informiert werden.

Am Nachmittag haben wir uns dann über die Arbeit des grenzüberschreitenden Naturgroßschutzprojekts Schaalseelandschaft informiert. Eine Mitarbeiterin des WWF – der neben den angrenzenden Landkreisen Ludwigslust, Nordwestmecklenburg (beide Mecklenburg-Vorpommern) und Herzogtum Lauenburg (Schleswig-Holstein) Träger des Großschutzprojekts ist – berichtete über die Arbeit und Zielsetzung des Projekts. Dabei geht es vor allem um Naturschutzmaßnahmen, Lebensraumerhalt und -ausbau für bedrohte Arten sowie  Landkäufe, um diese aus der land- oder forstwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen. Besonders der Seeadler und Kranichschutz steht im Mittelpunkt der Arbeit des WWF. Dabei arbeitet der WWF eng mit den beiden Großschutzgebieten BR Schaalsee und Naturpark Lauenburgische Seen zusammen, in deren Gebiet das Großschutzprojekt angesiedelt ist.

Großschutz-projekte am Schaalsee als Teil des Grünen Bandes

Das Grüne Band am Schaalsee – Mahnmal der Geschichte und einzigartige Natur

So können jetzt alle Tage beginnen – Sonne, super Frühstück und gute Stimmung!

Nach einer kurzen Einführung zum Thema Grünes Band und die Großschutzgebiete in der Region (Biosphärenreservat Schaalsee und Naturpark Lauenburgische Seen) stand die Auseinandersetzung mit dem Grünen Band am Schaalsee an. Dabei standen sowohl die Bedeutung als historischen Mahnmal und die Einzigartigkeit der Natur im Mittelpunkt.

Nachdem wir uns intensiv das Naturschutzgebiet Salemer Moor angesehen haben, konnten wir danach im Grenzmuseum in Schlagsdorf Eindrücke über die ehemalige innerdeutsche Grenze gewinnen und mit einem ehemaligen westdeutschen Grenzschützer diskutieren.

Mit dem Fahrrad ging es dann weiter entlang des ehemaligen Todestreifens. In dem geschleiften Ort Lankow konnten wir die bedrückende Stimmung spüren, die durch die Zwangsumsiedlung und das Niederreißen des Ortes entstanden ist. Reste von Bodenfließen, Terassenplatten u.ä. zeugen davon, dass hier Menschen von dem autoritären Regime der ehemaligen DDR einfach vertrieben wurden.

Ein besonderes Lob gilt heute dem Fahrradverleih, der uns sehr gute Räder zur Verfügung gestellt hat und natürlich den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die vierzig Kilometer Radfahren problemlos hinter sich gebracht haben.

Der Abschluss des Tages bildete dann der letzte Teil der Dokumentationsreihe von Andreas Kieling – Mitten im wilden Deutschland – über die Gegend, in der wir uns gerade befinden.

Das Grüne Band am Schaalsee – Mahnmal der Geschichte und einzigartige Natur

Ein Anfang ist gemacht – das erste Seminar hat begonnen

Jetzt geht es endlich los. Wir sind auf dem Schoppenhof in Dargow angekommen und die Teilnehmerinnen  und Teilnehmer sind gut eingetroffen.

Der Schoppenhof in Dargow   
Der Schoppenhof in Dargow

Der Schoppenhof ist grandios – die Wohnungen sind spitze, der Garten super gemütlich und das gesamte Ambiente sehr gelungen. Der Empfang von Herrn Schoppenauer und seiner Mitarbeiterin Frau Kleinmann war sehr herzlich. Wir haben den ersten Abend genutzt um uns kennen zu lernen und das Programm vorzustellen. Die Aufregung, dass die Seminarreihe, die wir schon seit über einem Jahr planen und im Kopf durchspielen, jetzt endlich beginnt ist groß. Wir freuen uns  sehr auf die kommende Woche – aber sind auch angespannt, ob alles so klappen wird, wie wir es uns vorstellen und geplant haben. Morgen geht es dann erst mal mit dem Fahrrad entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, doch davon wollen wir dann morgen berichten.

Seminarplakat
Seminarplakat
Ein Anfang ist gemacht – das erste Seminar hat begonnen

Das erste Seminar – Ausschreibung


Das Grüne Band – verbindende Lebenslinie und einzigartiges Naturerbe – Von der Ostseeküste zum Schaalsee

Seminarnummer: 14/2011

Beginnen wollen wir unsere Seminarreihe in der Ostseeküstenregion mit dem Schwerpunkt im Biosphären-reservat Schaalsee. Der Schaalsee ist das Kernstück eines glitzernden Bandes kleinerer und größerer Seen im Grenzgebiet Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns. Hier leben Fischotter, Kranich, Eisvogel und Seeadler. Die Menschen in der Region leben von und mit dem Biosphärenreservat. Inwieweit dies die wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen beeinflusst, wollen wir im Seminar genauer untersuchen.
Von unserer Unterkunft in unmittelbarer Seenähe aus wollen wir per Fahrrad, Kanu, Bus und zu Fuß den ehemaligen Grenzverlauf erkunden, mit den Menschen vor Ort ins Gespräch kommen und einen Abstecher zur Ostsee machen.

Zeit: 22.08.2011 – 26.08.2011
Ort: Dargow / Schleswig-Holstein
Teilnahmebeitrag: 250 Euro
für Nichtmitglieder: 320 Euro
Der Teilnahmebeitrag beinhaltet Ü / HP.
Die Anreise ist bereits am Sonntag möglich.
Seminarbeginn ist Montagmorgen 9.00 Uhr.
Das erste Seminar – Ausschreibung