Am Freitag geht es wieder nach Hause

Ja – die Woche ist schon wieder zu Ende – schnell ging’s ;-(

Am Freitag müssen wir nach dem Frühstück die Zimmer räumen. Die nächsten Gäste auf dem Schoppenhof kommen schon am Nachmittag.

Wir wollen aber, bevor wir die Heimreise antreten, uns noch ein bisschen mit der Zukunft der Region um den Schaalsee beschäftigen und die Berichte der Gruppenarbeit vom Vortag hören. In Kleingruppen erarbeiten die Teilnehmenden Chancen, Risiken und Zukunftsperspektiven. Bei der Vorstellung in der ganzen Gruppe wird schnell klar, dass es das Ziel sein muss, die Natur hier in der Region zu erhalten und den betont sanften Tourismus bewusst und nachhaltig auszubauen. Neue Fahrradwege, der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs sowie mehr Unterkünfte und naturtouristische Angebote werden gewünscht.

Anschließend beschließen wir wie üblich das Seminar mit dem Ausfüllen der Statistiken, Teilnehmerlisten u.ä. und mit einer ausführlichen Seminarkritik.

Ein bisschen traurig, dass die Woche so schnell vorbei ist, aber auch mit großer Vorfreude auf das nächste Seminar am Grünen Band im August auf der Burg Lenzen an der Elbe, verlassen wir Dargow und den Schoppenhof und machen uns auf die Heimreise – ein spannendes Seminar geht zu Ende!

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Am Freitag geht es wieder nach Hause

Donnerstag – Besuch des Biosphäre–Infozentrums

Heute sind wir Gäste des Pahlhuus in Zarrentin, dem Infozentrum des Biosphärenreservats Schaalsee, wo wir von der Leiterin der Abteilung Umweltbildung und zwei Rangern auf das Freundlichste empfangen werden.

Wir teilen uns in zwei Gruppen, und die erste geht auf den Moorlehrpfad, der auf einem Bohlenweg durch ein einzigartiges Kalkflachmoor direkt am Schaalsee führt. Hier wurde früher sowohl Torf als auch Kalk abgebaut. Heute ist diese gefährdete Landschaft streng geschützt und wird durch mähen und entfernen von Bäumen freigehalten und gepflegt.

Hier leben echte Spezialisten der Fauna und Flora, die es so nur hier gibt.

Die zweite Gruppe wird durch die Ausstellung geführt und erfährt so einiges Spannendes über das Gebiet. Dann wird gewechselt.

Nachdem wir wieder zusammen kamen, bekommen wir noch einen ausführlichen Vortrag über Aufgaben und Funktion eines Biosphärenreservats.

In unterschiedlichen Arbeitsgruppen erforschten wir dann am Nachmittag die Schaalseeregion.

Donnerstag – Besuch des Biosphäre–Infozentrums

Mittwoch – Fahrt zum Priwall + an die Ostsee

Heute fahren wir mit den bewährten  PKW-Besatzungen Richtung Ostsee, um von einem Führer des dortigen Naturschutzvereines auf dem ehemaligen Kolonnenweg, vorbei an ruinösen Hangars und Bunkeranlagen aus dem 2. Weltkrieg und durch Sekundärbewuchs zum Pötenitzer Wieck zu gelangen.

Es ist für uns erstaunlich zu sehen, wie vehement die Natur sich die Landschaft zurück erobert – wo vor noch kaum 20 Jahren kein Baum stand, ist ein regelrechter Urwald entstanden. Es geht über Stock und Stein und über Wasserläufe zum Strand, von dem aus wir eine Komorankolonie erblicken; auch unser ständiger Begleiter, der Seeadler, lässt sich wieder blicken.

Am Priwallstrand angekommen, gehen wir Richtung ehemaliger Grenze und erreichen den End- oder Anfangspunkt des Grünen Bandes – je nach Sichtweise!

Hier ist der Kolonnenweg einem Radweg gewichen, der eifrig benutzt wird.

Am Nachmittag bekommen wir in Dargow Besuch von einer Vertreterin des WWF, die uns Einiges über die Natur und die Arbeit Ihrer Organisation in der Schaalseeregion erzählt. Dabei erfahren wir aktuell, das ein Seeadlerpäarchen im Stadtwald von Lübeck vergiftet wurde, was uns doch sehr erschreckt.

Mittwoch – Fahrt zum Priwall + an die Ostsee

Dienstag – Paddeln auf der Wakenitz

Dienstag Morgen – Regen am Schaalsee – und das, wo wir doch heute paddeln wollen. Naja, das wird schon noch, denken wir und machen uns nach dem Frühstück mit den PKWs auf nach Lübeck. Dort werden wir um 11 Uhr die Paddelboote in Empfang nehmen und immer noch Regen als wir dort ankommen. Die Stimmung bei den Teilnehmenden ist nicht so toll. Der Bootsverleiher fährt mit seinem Anhänger vor und pünktlich hört der Regen auf – mal wieder Glück gehabt J

Paddelboote abladen, Ausrüstung in Empfang nehmen, kurze Einweisung, Boote zu Wasser lassen und los geht’s.

Der Amazonas des Nordens ist hier gar nicht wild. Die ersten Kilometer führen uns durch Lübeck – rechts und links schöne Villen und von Wildnis keine Spur. Dann nach ca. drei Flusskilometern hören die Häuser langsam auf, die Wakenitz wird schmaler und damit auch interessanter. Wieder mal ein Seeadler über uns, Kraniche, Wildgänse, Haubentaucher und auch die ersten Spuren des Bibers sind zu sehen. Immer wieder sehen wir auch brütende Schwäne auf ihren Nestern sitzen. Das Wetter hält und die Stimmung ist super. Nach einer Pause nach ungefähr zwei Dritteln geht es weiter in Richtung Ratzeburger See. Das linke Flussufer auf Mecklenburgischer Seite ist viel wilder als das auf schleswig-holsteinischer Seite. Dieses Gebiet war während der deutschen Teilung DDR-Staatsgebiet, die Grenzsicherungsanlagen befanden sich aber aufgrund des Feuchtgebietes 200 Meter vom Flussufer entfernt. So konnte sich die Natur über 40 Jahre frei entfalten. Heute bildet diese Flussaue eines der bedeutendsten Gebiete am Grünen Band. Nach einer ausgiebigen Rast in einer Kneipe am Ufer des Flusses, paddeln wir gestärkt weiter Um 17 Uhr kommen wir in Rothenhusen am Auslauf des Ratzeburger Sees an. Dort werden wird schon vom Bootsverleiher erwartet und auch Joachim unser „Shuttlebunny“ ist da, um die Autofahrer zu den PKWs in Lübeck zu bringen. Kaum richtig ausgestiegen und noch beim Boote verladen fängt es tatsächlich wieder an zu regnen – hatten wir ein GlückJ

Abends steht dann noch ein Film von Andreas Kieling auf dem Programm – der letzte Teil seiner fünfteiligen Dokureihe über seine Wanderung am Grünen Band.

Dienstag – Paddeln auf der Wakenitz

Radtour am Montag

Nachdem am Montag Morgen auch die beiden letzten Teilnehmenden angekommen sind, kann es richtig losgehen. Nach einem leckeren Frühstück und einer kurzen Vorstellungsrunde werden schon die Leihfahrräder gebracht. Nachdem sich jede/r eins gesichert hat, alle Sättel eingestellt und auch die Wetteraussichten nicht schlecht waren, machen wir uns auf den Weg in Richtung Salemer Moor. Bevor wir uns inhaltlich mit dem Moor und seinen Besonderheiten beschäftigen, wollen wir mit Hilfe von Soziometrischen Übungen noch ein bisschen besser kennen lernen. Anschließend schauen wir uns vor Ort die einzeitlich geprägte Moorlandschaft mit ihren verschiedenen Seen, Erlenbruchwäldern und offenen Landschaften an. Danach geht es weiter vorbei an Garrentsee zu einer Aussichtsstelle oberhalb des Lankower Sees. Hier verlief die ehemalige innerdeutsche Grenze und während wir über deren ehemaligen Verlauf sprechen, kreisen über uns zwei Seeadler, die hier im Lankower oder im benachbarten Melchower See jagen. Von hier geht es weiter über die ehemalige Grenze, die hier aber nicht mehr zu erkennen ist, in Richtung Schlagsdorf. Dort sind wir um 12.30 Uhr im Café Grenzstein zum Essen angemeldet. Nach einer Stärkung mit Soljanka oder Kartoffelsuppe oder Beidem, beginnt die Führung durch das benachbarte Grenzhus samt Außenanlagen. Hier informiert uns die dortige Leiterin über die ehemaligen Grenzanlagen und an der innerdeutschen Grenze und das Leben im sogenannten Sperrgebiet.

Anschließend heißt es wieder Fahrräder besteigen und weiter geht’s zum ehemaligen Dorf Lankow , wobei vorher  noch der obligatorische Plattfuß repariert werden musste. Dieses wurde nach verschiedenen Zwangsumsiedlungen in den fünfziger und sechziger Jahren 1976 endgültig vom DDR-Regime dem Erdboden gleich gemacht. Das Dorf war seit dem 13. Jahrhundert ständig bewohnt, hatte jetzt aber das Pech, aus Sicht der DDR-Führung zu nah an den Grenzanlagen zu liegen. Die Häuser wurden abgerissen und der Schutt von Baggern in den Lankower See geschoben, um freie Sicht auf die Grenzanlagen zu haben. Heute erinnert dort ein Gedenkstein an die „Wüstung Lankow“.

Über Dechow am Röggeliner See und Groß Thurow geht es zurück zum Schaalsee und nach Dargow. Nach 45 anstrengenden Kilometern durch die einzeitlich geprägte Moränenlandschaft kommen wir pünktlich zum Abendessen wieder auf dem Schoppenhof an. Das Abendessen wird jetzt besonders gut schmecken:-)

Radtour am Montag

Das erste Seminar 2012 beginnt!

Nach einer entspannten Zugfahrt und einem netten Taxifahrer sind wir mit jeder Menge Vorfreude auf dem Schoppenhof angekommen. Die ersten Teilnehmenden waren schon da und bis zum Abendessen sind wir fast komplett. Anni, die gute Seele des Schoppenhofs hat etwas Leckeres für uns gekocht, so dass wir gestärkt in das Seminar starten können. Den Abend nutzen wir, um nach einer kurzen Begrüßung sowie der Programmvorstellung eine Einführung in das Grüne Band Deutschland zu geben und die Gegend, in der wir uns jetzt befinden, zu beschreiben.

Das erste Seminar 2012 beginnt!