Impressionen und ein Audiomitschnitt vom Semianar zwischen Grabfeld und Thüringer Wald

Wir haben den Audiomitschnitt des Vortrags von Kai Frobel am 18.05.2017 im Wasserschloss in Mitwitz auf unsere Soundcloudseite gestellt. Zum Anhören bitte folgenden Link benutzen:

Außerdem wollten wir euch noch ein paar Impressionen der Seminarwoche geben:

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Impressionen und ein Audiomitschnitt vom Semianar zwischen Grabfeld und Thüringer Wald

Kaum ist das erste Seminar dieses Jahr vorbei…

… steht auch schon das nächte vor der Tür. Das Programm für Montag haben wir ja schon vor zwei Wochen hier vorgestellt – heute bekommt ihr das Programm für Dienstag:

Nach dem Frühstück besucht uns Martin Henkel, der Bürgermeister der Stadt Geisa, um unter dem Titel „Biosphärenresevat und Grünes Band – zu Lasten der hiesigen Wirtschaft“ seine kritische Betrachtungen zu diskutieren.

Bürgermeister von Geisa - Martin Henkel
Mehr Informtionen zu Martin Henkel und Geisa unter
www.stadt-geisa.org

Nach einer Kaffeepause werden wir in einer zweiten Einheit an diesem Vormittag mit Brigitte Heller sprechen. Sie wird uns als Zeitzeugin vom Leben an und mit der Grenze im Kalten Krieg berichten.

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Am Nachmittag werden wir dann auf dem Weg der Hoffnung, einem Kunstprojekt der Point Alpha Stiftung, unterwegs sein und nach dem Abendessen den Tag bei einem Film ausklingen lassen.

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Kaum ist das erste Seminar dieses Jahr vorbei…

Am Freitag dann nochmal Resümee ziehen…

Nach dem letzten leckeren Frühstück in der Alten Mühle mussten wir am Freitag zunächst die Zimmer räumen, damit das fleißige Hauspersonal diese für die nächsten Gäste reinigen konnte. Deshalb ging es eine viertel Stunde später im Seminarraum los.

Eigentlich wollten wir zum Abschluss nochmal die kreative Seite unserer Teilnehmer_innen ansprechen und mit Landart-Kunstwerken ein Resümee ziehen. Leider war aber über Nacht das Wetter so schlecht geworden, dass draußen alles sehr nass war und wir spontan umplanen mussten.

Stattdessen haben wir dann eine Einheit zum Thema „Nachhaltiger Umgang mit Ressourcen und Umwelt“ gemacht. Hier sollten die Teilnehmer_innen sich anhand von drei Fragen mit ihrem eigenen Verhalten auseinandersetzen.  Zunächst ging es darum zu reflektieren, was jede_r Einzelne schon tut, um Umwelt und Ressourcen zu schonen, um daraus dann zu entwickeln, was sie/er gerne zusätzlich machen möchte und was sie/ihn daran hindert, es zu tun.

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Schließlich sollten die Teilnehmer_innen einen ganz konkreten Vorsatz auf einer Karte notieren, den sie bis Jahresende umsetzen wollen. Die Karte kam in einen Briefumschlag und diesen erhalten die Teilnehmer_innen dann Anfang 2018 per Post. So wird jede_r für sich sehen, ob die Umsetzung geklappt hat oder nicht.

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Den Abschluss der Seminarwoche bildete wie immer die Seminarkritk, die wieder sehr positiv ausfiel 🙂Und damit war auch dieser Bildungsurlaub, unser siebter und vorletzter Schritt der Seminarreihe am Grünen Band Deutschland, wieder viel zu schnell zu Ende.

Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr – dann werden wir von der Saale bis zur tschechisch-bayerisch-sächsischen Grenze unterwegs sein.

Am Freitag dann nochmal Resümee ziehen…

Kai Frobel und eine Tour um die Föritzaue am Donnerstag…

Heute ging es mit den Autos nach Mitwitz. Im dortigen Wasserschloss ist die Ökologische Bildungsstätte Oberfranken untergebracht.


Dort hatten wir unseren ersten Termin mit Kai Frobel, dem Vater des Grünen Bandes. Er gab uns viele Infos über das Grüne Band und erzählte uns von seiner ganz besonderen Beziehung dazu. Schon als 15jähriger hat er mit großem Interesse für die Vogelwelt den ehemaligen Grenzstreifen hier im Coburger Land beobachtet und festgestellt, dass dort Arten vorkommen, die sonst in der Gegend und auch in ganz Franken ausgestorben waren. Das war seine Motivation schon in den siebziger Jahren in der Schule mit seinen Klassenkameraden und seinem Biologielehrer die Region zwischen Coburg und Bamberg zu kartieren und den Grenzstreifen der DDR mit einzubeziehen. Die Ergebnisse waren sehr deutlich. Viele Arten gab es nur noch oder doch im allergrößten Maße im Granzstreifen. Ein deutlicher Beweis für dessen Einzigartigkeit.
Nach dem Fall der Mauer im November 1989 gehörte er zu den Initiatoren eines Treffens mit DDR-Umweltschützern in Hof, wo eine Resolution vereinbart wurde, die u.a. den Begriff des Grünen Bandes erstmals enthielt.
Seit dieser Zeit setzt sich Kai Frobel im BUND Naturschutz Bayern wie in ganz Deutschland für das Grüne Band ein und wird erst ruhen, wenn dieses als Nationales Naturmonument anerkannt worden ist.
Die zweieinhalb Stunden vergingen wie im Flug und wir alle waren uns einig, dass dies eine der beeindruckendsten Momente unser Seminarreise am Grünen Band war.

Nach einer Mittagspause in Mitwitz ging es dann weiter zu einer Wanderung rund um die Föritzaue und den Liebauer Sack, auf dem wir wieder von André Maslo begleitet wurden.
Zunächst ging es durch einen Kiefernwald in Richtung Grünes Band. Unterwegs konnten wir an einem Grenzstein feststellen, dass es hier schon lange gewachsene Grenzen gegeben hat.


Das Grüne Band war zunächst von einer Heidelandschaft bestimmt, die aber an vielen Stellen durch Verbuschung und Pioniergehälze wie Birke und Kiefer bedroht wird. Immer wieder änderte sich hier das Bild des Grünen Bandes – vo der Heidelandschaft ging es in kleine, junge Wälder und offenere Flächen über. Besonders begeistert haben uns die beiden Wespenbussarde, die ihre Kreise über unseren Köpfen drehten.

Je weiter wir uns der Föritzaue näherten, um so feuchter wurde der ehemalige Grenzstreifen. An der Föritz angekommen erzählte uns André auch seine persönlich Beziehung zur ehemaligen Grenze. Er ist Mitte der achtziger Jahre in der DDR, in einem kleinen Dorf im Sperrbezirk ganz nahe an der bayerischen Grenze und auch ganz nah der Föritzaue geboren. Er hat natürlich nur wenig Erinnerungen an diese Zeit. Trotzdem kann er sich noch sehr gut an die Fahrten nach Prag erinnern. Die ganze Familie – insgesamt sieben Personen sind in einem Trabi nach Prag gefahren, um dort seinen Onkel zu treffen, der vorher aus der DDR geflüchtet war. Auch an die Öffnung der Grenze kann er sich noch erinnern. Sein Vater hat wohl eine Flasche Sekt aufgemacht und alle auch den vierjährigen André damit naßgespritzt.

 


Auch der weitere Weg auf dem Kolonnenweg war sehr abwechslungsreich und führte uns schließlich bis zur ehemaligen Dorfstelle von Liebau, einem Dorf, das geräumt wurde, weil es beim Bau der Demarkationslinie vor dem Grenzzaun lag. Die DDR-Führung verzichtete darauf, den Grenzzaum  entlang des sogenannten Liebauer Sacks, einer Ausbuchtung der Grenze nach Bayern hinein, zu legen. Vielmehr wurde hier der direkte Weg gewählt mit dem Ergbnis, dass alle Einwohner des Dorfes Liebau beschlossen in den Westen zu gehen – wieder einmal eine sehr spannende und tragische Geschichte an der ehemaligen innerdeutschen Grenze, von denen wir schon so viele im Laufe unserer Seminarreise gehört haben.

Am Ende der Tour mussten wir uns von André Maslo verabschieden, da das Seminar ja leider schon zu Ende geht und das die letzte Tour mit ihm war. Nachmals vielen Dank für die drei tollen Tage entlang des Grünen Bandes im Coburger Land, mit vielen neuen, spannenden und nachhaltigen Eindrücken 🙂

Kai Frobel und eine Tour um die Föritzaue am Donnerstag…

Am Mittwoch auf dem Grünen Band von Harras nach Görsdorf…

Heute ging es nach einem leckeren Frühstück im Hotel Alte Mühle mit den Autos nach Harras, einem Stadtteil von Eisfeld in Thüringen. Unterwegs haben wir zwei Autos für den Rücktransport geparkt. In Harras angekommen, wurden wir schon von André Maslo erwartet, der heute mit uns eine Tour über das Grüne Band geplant hat.

Nach einem kurzen Stück durch den Ort ging es hinauf auf einen kleinen Bergkamm. Oben angekommen, haben wir schon die ersten Knabenkräuter, eine einheimische Orchideenart, entdeckt, die wir natürlich bestaunen und fotografieren mussten.

Erstes Ziel war das Naturschutzgebiet Leite bei Harras. Die Trockenrasenhänge, die fast hinunter bis zum Grünen Band im Tal reichten, waren sehr artenreich und spannend.

Das Grüne Band ist an dieser Stelle nur wenige Meter breit und wird komplett als Magerrasen freigehalten, um einen Lebensraum für Arten wie die Braunmeise zu erhalten, die große offene Landschaften benötigen.

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Von dort ging es entlang des grünen Bandes durch ein Waldgebiet, in dem auch das Grüne Band langsam verbuscht und nur einzelne Teile durch Landschaftspflegemaßnahmen offen gehalten werden können. Aber auch hier konnten wir immer wieder neben vielen anderen Pflanzen tolle Knabenkräuter – zum Teil ganze Wiesen voll – finden.

Schließlich hörte das Grüne Band ganz auf, weil die neue A73 querte und wir die Fortsetzung auch nur aufgrund der guten Ortskenntnis von André wieder gefunden haben.

Nach einer längeren Picknickpause machten wir uns auf die zweite Etappe unserer Tour. Es ging durch die sehr beeindruckende Göhrsdorfer Heide, ebenfalls ein Naturschutzgebiet am Grünen Band, mit ihren Heidepflanzen und dem überall wachsenden Ginster. Auch hier wurde deutlich, wie schwer es ist, nur durch landschaftpflegerische Maßnahmen die Heide offen und die Verwaldung aufzuhalten.

Aufgrund der Wärme und der doch schon vorgerückten Stunde haben wir dann in Görsdorf beschlossen, die Tour für heute zu beenden und haben uns ein Taxi bestellt, um wieder zu unseren Autos zu kommen.

So geht auch dieser tolle Seminartag mit vielen neuen Eindrücken zu Ende 🙂

Am Mittwoch auf dem Grünen Band von Harras nach Görsdorf…

Am Dienstag waren wir im Frankenwald unterwegs…

Heute ging es zunächst nach Lichtenberg bei Bad Steben. Dort erwartete uns schon André Maslo von der Ökologischen Bildungstätte Oberfranken, um uns auf einer Wanderung duch das Höllental zu begleiten. Das enge Tal wird von der Selbitz durchflossen, die nach dem Ende des Höllentales die Grenze zwischen Bayern und Thüringen bildet. Eine landschaftlich sehr spannende Tour!

Danach sind wir dann mit André weiter zum Lamitztal gefahren. Hier waren wir auf den Spuren des Bibers unterwegs. Besonders beindruckt haben uns, neben den sehr interessanten Beobachtungen der Biberspuren und der durch den Biber geformten Landschaft, die Schwarzstörche, die hier mehrfach zu beobachten waren.

Ein weiteres Highlight waren die tollen Schmetterlinge, die es heute zu beobachten gab:

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Am Dienstag waren wir im Frankenwald unterwegs…

Am Montag ging es ins Grabfeld…

Heute haben wir uns nach dem Frühstück zunächst im Seminarraum getroffen. Nach ein paar soziometrischen Übungen zum Kennenlernen, haben wir dann einen kurzen Input zum Grünen Band in der Rgeion gegeben.

Dann ging es aber auch schon los mit den Autos in Richtung Grabfeld. Unterwegs war noch Zeit, etwas für’s Picknick einzukaufen. Um 11:30 Uhr haben wir uns dann in Milz, einem Ortsteil von Römhild, mit Karin Kowol vom BUND Thüringen getroffen. Eigentlich wollten wir auf den Spuren der Wanstschrecke unterwegs sein. Leider war das Frühjahr dafür in diesem Jahr zu kalt und wir somit zu früh. Aber wir hatten trotzdem eine spannende Wanderung entlang des Grünen Bandes im Grabfeld, während der uns Karin viele interessante Dinge über das Grüne Band erklärt hat.

Leider war das Wetter zwischendurch nicht so toll – aber davon lassen wir uns natürlich nicht beeindrucken 😉

Am Abend ging es dann noch zu einer Betriebsbesichtigung in die Brauerei Grosch in Rödental. Ein gelungener Abschluss des ersten Seminartages 🙂

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Am Montag ging es ins Grabfeld…